Evangelisches Krankenhaus Köln- Weyertal
Hospital Köln-Lindenthal

Adresse: Weyertal 76, Köln-Lindenthal 50931

Telefon: (0221) 4 79-0

Website: http://www.evk-koeln.de

Kategorie: Hospital

PLZ: 50931


Beschreibung - Evangelisches Krankenhaus Köln- Weyertal Hospital Köln-Lindenthal

OMG - ich bin bei den Falschgläubigen! Aber als ausgetretener Exkatholik sehe ich das ja nicht mehr ganz so eng. Auf Empfehlung der unweiten Proktologenpraxis (selber googeln) lege ich ganz arglos den kurzen Fußmarsch zurück, und zwar ohne jegliches Reisegepäck. Kann ja sein, dass man mir hier wegen der Beule an der Rückseite bloß eine Ultraschalluntersuchung mit anschließender Heilsalbe verabreicht. Die junge und (....) Ärztin befiehlt jedoch nach kurzer Beschau: OP! Sofort! Also irgendwann im Laufe des Tages.... Denn: es handelt sich zweifellos um einen Abszess, also um eine Eiterbeule, die sich unbehandelt entweder nach außen (Sauerei) oder auch nach innen in den Blutkreislauf (akute Lebensgefahr durch Blutvergiftung) ergießen kann. Ein Risiko, das niemand eingehen sollte, der recht bei Sinnen ist. Die mir nun fehlenden Wechselklamotten, Hygieneartikel, Telekommunikationsmittel und Ablenkungs-GEOs sind im Vergleich jedenfalls das geringere Problem. Immerhin hat man aber als Profi-Golocaler fast immer den Fotoapparat dabei, wäre doch schade.... Check-in, Eingangsuntersuchung und Unterbringung verlaufen angesichts meines durchaus spontanen Erscheinens allhier zügig und ohne nennenswerte Warterei. OP tatsächlich noch am selben Abend und medizinische Betreuung bestens. Der Musikwunsch 'Iron Maiden' konnte im Narkoseraum nicht erfüllt werden. Außerdem musste ich die darob gelehrte Fachdisputation unhöflicherweise mitten im Sa... Dafür verlief die Ausgrabung des olivengroßen Furunkels komplikationslos und ohne Auffindung irgendwelcher Fisteln (fadenartige Fortsätze mit Erfordernis einer zweiten OP) Im Aufwachraum: gut gelauntes Gespräch mit der jungen und wiederum (....) Betreuerin, die jedoch - wie zu erfahren war - bereits vergeben ist. Sternabzug. In der Zweiersuite verleihe ich dem Bettlaken alsbald ein Aussehen ähnlich der japanischen Flagge. Eindringliche Ermahnungen, die grabenartige Baustelle, die unverschlossen verheilen muss, auch ja fein und mehrmals täglich auszuduschen und mit Bepanthenbestrichenen Kompressen abzudichten. Anfangs verursache ich im Badenzimmer jedesmal ein blutiges Gemetzel (wird natürlich für die jeweiligen Doppelzimmergenossen sorgsam weggeduscht) Am dritten Tage aber lässt die Bluterei nach und beschränkt sich auf Probe-Abzapfungen (am Unterarm) zwecks befundloser Laborkontrolle. Auch die Ernährung wird alsbald von flüssig auf 'Vollkost' umgestellt. Natürlich sucht man ein Hospital nicht wegen exquisiter Gaumengelüste auf, aber ich habe schon schlimmer gespeist. Mangels körperlicher Betätigung reichen die knapp bemessenen Portionen jedenfalls aus. Sonderwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt und täglich erfragt. Was jedoch die gepflegte Nachtruhe anbelangt... in gut gelaunten Momenten kann man von bester Unterhaltung sprechen und das Schlafdefizit ja außerdem tagsüber dösend aufarbeiten. Die ärztlichen Visiten kommen ab und an zu konträren Ergebnissen. Für den freundlichen Jung-Arzt ist immer 'alles OK' während die mürrisch blickende Chefärztin einiges zu bemängeln hat, aber während des 10-tägigen Aufenthaltes nur einmal vorstellig wird. Auf der Webseite des Hauses lächelt die Dame, kucksstu :-) Mein Vertrauen gehört ohnehin dem väterlich-gestrengen operierenden Chirurgen Dr. P., auf dessen Gynäkologenstuhl ich regelmäßig Platz nehme und alsdann profimäßig tamponiert werde. Bei mir dauert der Heilungsverlauf länger als üblich. Immerhin erhalte ich nach 4 Tagen Freigang, um aus der Residenz die adäquate Survivalausrüstung für den weiteren Aufenthalt beizubringen und die bereits leicht panischen Angehörigen zu beruhigen. Mehrmaliger Umzug aufgrund Bettenknappheit aufgrund Grippewelle, Infusionen zu bescheuerten Uhrzeiten, zuletzt eine Kachelabteilung, die von zwei Doppelsuiten gemeinsam genutzt wird, wobey die Insassen vis-à-vis Schwierigkeiten mit deren sittsamerweise opportunen Verriegelung haben... Holt mich hier raus! Dass jedoch der gedachte Tagesablauf desöfteren durch Notfälle belastet wird, kann man einer halbwegs wohlorganisiert erscheinenden Medizinalanstalt nicht ernsthaft vorwerfen. Ohnehin besteht die Patienten-Haupttätigkeit in jedwedem Hospital aus: warten. Sich in Geduld und Verständnis üben. Gut, dass ich so pflegeleicht bin. Am zehnten Tage aber dann doch die reibungslos und fix funktionierende Entlassung. Dr. P. ist zwar noch nicht ganz zufrieden, aber man kann mich ja hier nicht noch wochenlang einlagern, für Verrichtungen die ich seither problemlos daheim praktiziere. Der nun fehlende Anblick einiger wunderhübscher Hausangestellter (in sofern bin ich unverändert funktionstüchtig) ist vorläufig zu verschmerzen. Und jetzt ist halt Geduld im weiteren Heilungsprozess gefragt - es werden wohl noch einige Wochen ins Land gehen und mein Hausarzt und Dr. P. müssen sich jetzt noch einigen, wer die weitere Wundbeschau (wohl alle 2 bis 3 Tage) übernimmt. Ich wünschte, man hätte das Mistding - jetzt Achtung: laparoskopisch = minimal invasiv erledigen können. Wie bei der Blinddarmentnahme (= Organspende) seinerzeit. Aber soweit ist die Medizinaltechnik noch nicht und Dr. McCoy ist natürlich gerade in einem ganz anderen Sektor unterwegs. Im Hause sind ehrenamtliche 'Grüne Damen' tätig, die z.B. Sachen aus der hauseigenen Bibliothek oder Kleiderkammer beschaffen, Schriftverkehr zur Post bringen und auch für Gespräche bereitstehen. Das sind Leistungen, für die das mit 250 Fachkräften chronisch unterbesetzte und überlastete Pflegepersonal ja keine Zeit hat. Das Angebot der hauseigenen Seelsorge (überraschenderweise für beide Konfessionen, aber was zum Teufel macht das für einen Unterschied?) nehme ich nicht in Anspruch. Man ist akademisches Lehrkrankenhaus der nahen Hochschule und seit 2004 auch noch von der WHO anerkanntes 'Gesundheitsförderndes Krankenhaus'. Gibt's auch andere, und was war man vorher? Immerhin existiert diese Institution schon seit dem Jahre 1902 - und zwar unter allerhöchstem Protectorat Ihrer protestantischen Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria. Gewisslich eine Nothwendigkeit im katholischen Coellen. Die 190 Krankenbetten sind inzwischen jedoch in einem architektonisch völlig inspirationsfreien Zweckbau untergebracht. Es steht ein hinreichend dimensionierter Parkplatz für Besucher und (vermeintlich) ambulante Fälle zur Verfügung, aber die öffentliche Verkehrsanbindung via KVB Linie 9 erfordert einen mehrminütigen Fußmarsch in leicht gebeugter Haltung. Eine besondere Besonderheit dieses vergleichsweise löblichen Hauses besteht natürlich darin, dass die noch löblichere Erste Tochter hier das Licht der Welt erblickt hat - und zwar ebenfalls komplikationslos. ***Weyertal 2.0 - Update 22. bis 26.2.2018*** Die monatelange Supperei der künstlichen Körperöffnung nervt und führte schließlich zum Entschluss, eine MRT Untersuchung vorzunehmen. Das leicht klaustrophobische und überraschend lautstarke Erlebnis in der Röhre des Hauses ist für Metal-Sympathisanten (siehe Fachbesprechung letzthin) kein Problem. Die Probleme kommen noch und sind selbstverständlich medizinaler Art... Tags darauf wird beim Termin mit Dr. P. zur erneuten Operation geraten - am Folgetag. Gut also, dass ich diesmal in weiser Voraussicht Survivalausrüstung und Wechselklamotten für einen bis zu dreiwöchigen Aufenthalt mitführte. Check-In wiederum zügig und freundlich. Ich musste einigen Papierkram unterzeichnen, nicht nur den Behandlungsvertrag mit Überraschungsoption sondern auch eine Vereinbarung, wonach meine Daten vom Evangelischen Krankenhaus an das Evangelische Klinikum Köln Weyertal übergeben werden dürfen. Man hat sich nämlich etwas umbenannt. Ich werde allerdings den Teufel tun, das hier zu aktualisieren, denn wer weiß, was dann mit diesem unter viel Schmerz, Blut und Heldenthum entstandenen Beitrag passiert... Das letzte, an das ich mich prä-operativ erinnere, ist, dass ich auf einem Flur abgelegt bin, aber von den passierenden Medizinalrät*/-innen jeweils freundlich gegrüßt werde. Im Aufwachraum wieder mal beste Laune, was die dortige Assistentin sogleich zu hören bekommt. Keine Schmerzen, kein Blut, hurra. Beides normalisiert sich im Laufe des Tages, doch scheint die Wunde nicht viel größer zu sein als vorher. Nach zunächstiger Flüssignahrung gewährt man mir am nächsten Abend 'richtiges' Essen. Was hier jedoch unter richtigem Essen verstanden wird, führt beim persischen und auch beim sizilianischen Zimmergenossen zu großer Heiterkeit. Mit den Leidensgefährten auf der Dreiersuite habe ich diesmal großes Glück - das war auch schonmal anders. Schon am Montag die Entlassung - weitere Wundpflege in Eigenregie, wöchentliche Aufsuchungen des Chirurgen wie üblich. Eigentlich sollte nun alles zum Besten stehen, tut es aber nicht: das war nämlich nur die vorbereitende OP, wenn auch gut begründet und zweifellos medizinal sinnvoll. Das eigentliche Gemetzel 'Weyertal 3.0 - die Fistelentnahme' findet in etwa zwei Monaten statt. Ein sofortiger Großangriff hätte zu Kollateralschäden geführt, die ich hier nicht näher beschreiben möchte. Ich hatte natürlich die Erwartung, es jetzt weitgehend hinter mir zu haben und bin entsprechend getrübter Stimmung. Andererseits gibt es immerhin ein bis zwei gute Gründe (Gründinnen), dem nächsten längeren Aufenthalt im Evangelischen Klinikum nicht nur mit schwarzen Gedanken entgegenzublicken. Bleiben Sie dran... ***Weyertal 3.0 - Update 24. bis 28.5.2018*** Während der Besprechungen am Vortage wird man ja immer auf die haarsträubendsten Eventualitäten hingewiesen. Die Operation verlief jedoch planmäßig, wobei ich mir natürlich die etwas kompliziertere der beiden denkbaren Varianten 'ausgesucht' habe. Nachlassender Narkosedrogenpegel führt irgendwann zu der Erkenntnis, dass ich mich gar nicht mehr in der kurz zuvor besuchten Urlaubsregion, sondern im Aufwachraum befinde. Und dass hier auch nicht französisch - oder was ich in dem Moment dafür gehalten habe - gesprochen wird. Aber die sind ja hier sicher noch ganz Anderes gewohnt. Abläufe sonst wie bekannt: erst Flüssig- dann Normalkost, kumpeliger Tonfall seitens Pflegepersonal, kolossale nächtliche Unruhe, hirnerweichendes Dauer-TV (Tiefpunkt: Heintje, der ohne erkennbaren Grund die Mami, die Omi, den Mond und anderes besingt. Der leider arg lese-unlustige Zimmergenosse erbarmt sich und stellt das Fimdesaster etwas leiser) Ich ertrage dies, einige kabarettreife Vorfälle im Hause und auch mancherlei Warterei im Bewusstsein meiner baldigen Entlassung. Und zwar ohne Aussicht auf eine weitere OP an dieser Körperbaustelle. Was bleibt, ist einerseits der Eindruck hervorragender medizinaltechnischer Arbeit bei den Evangelikalen im Weyertal. Zum Anderen etliche Wund-Kontrolltermine bei Papa P. im Laufe des monatelangen, diesmal jedoch finalen Heilprozesses. Gespannt, ob ich im Oktober / November 2018 noch radfahren kann... ***01.09.2018: Abschlussbulletin, also vermutlich*** Beim letzten Nachkuckungstermin Im Juli äußerte sich Dr. P. so zufrieden, dass ich bis Dezember freibekommen habe. Den August über war ich dann noch freiwillig vorsichtig, aber soeben dann doch der erste Versuch auf der frisch hergerichteten (zuvor arg eingesponnenen und plattfüßigen) Black Pearl. Überraschend mutig die recht dreidimensionale Stundenrunde in Angriff genommen. Weniger überraschend: ohne Blutverlust oder sonstige Biesterei. Noch weniger überraschend allerdings: verheerende 80 Minuten benötigt. Jot, dann setzt man sich halt erstmal bescheidenere Ziele nach so einem langwierigen Medizinal-Stunt. Hauptsach, es geht wieder los mit dem Spitzenspocht. Innigen Dank ans Hospital und: allez, allez, allez.... Mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

Details zu Evangelisches Krankenhaus Köln- Weyertal

Adresse: Weyertal 76, Köln-Lindenthal 50931
Telefon: (0221) 4 79-0 EUR
Website: http://www.evk-koeln.de
PLZ: 50931
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