Federseeklinik Bad Buchau Rehabilitationsklinik
Hospital Bad Buchau

Adresse: Freihofgasse 14, Bad Buchau 88422

Telefon: (07582) 8 00-0

Website: http://www.gesundheitszentrum-federsee.de

Kategorie: Hospital

PLZ: 88422


Beschreibung - Federseeklinik Bad Buchau Rehabilitationsklinik Hospital Bad Buchau

Gleich zu Beginn eine aktuelle Information: Mittlerweile hat sich der Internetauftritt der Adelindisquelle gemausert und bietet eine sehr empfehlenswerte Homepage mit vielfältigen Informationen über das gesamte Angebot. Es ist zwar jetzt schon eine ganze Weile her, so etwa 15 Jahre, aber die Erinnerung an einen zwangsweisen Aufenthalt in diesem kleinen, aber hervorragend ausgerüsteten Krankenhaus ist immer noch lebendig und nach wie vor erfreulich. Ich empfehle jederzeit im Falle von Beklagen gleicher und ähnlicher Symptome in meiner Gegenwart spontan auch Fremden, sich in diese Klinik einweisen zu lassen. Auch hier, wie von mir schon gewohnt, die Vorgeschichte: Eines schönen Sonntagnachmittags, kurz vor Weihnachten 1998, geschah es ausgerechnet in Ausübung des einzigen Hobbies, das meine Frau und ich miteinander teilen, beim Squaredance, dass ein Gewitterblitz in nie zuvor gespürtem Sonderformat in mein linkes Bein fuhr, es halb angewinkelt arretierte und lähmte. Im gleichen Sinn wurde die linke Hüfte gestreckt und jede Änderung zog unerträgliche Schmerzen nach sich. Die Heimfahrt an diesem Abend (200 km) wurde der blanke Horror, ich konnte ja nicht sitzen, also kniete ich mich gegen die Fahrtrichtung vor den Beifahrersitz und meine Frau versuchte, Bodenunebenheiten so gut als möglich zu umfahren. Über die schmerzgepeinigte Nacht enthalte ich mich der Beschreibung, am nächsten Morgen wurde ich beim Orthopäden vorstellig und nach der ersten flüchtigen aber kompetenten Untersuchung stellte dieser eine vorläufige Diagnose: Bandscheibenvorfall, der unter anderem auf den Ischiasnerv drückt, der zu diesem Eingeklemmtwerden natürlich eine Meinung hat und diese in einer deutlich spürbaren Aussage kundtut. Ich müßte auf jeden Fall ins Krankenhaus, aber zu allererst müsse mikrometrisch genau ermittelt werden, welche Bereiche betroffen sind. Dies geschah in der Folge mittels CT (Röntgenring, der für die Architektur des ‚Gate‘ Modell gestanden hat) und MRT (Röhre mit toller Perkussion). Dort wurde die Möglichkeit, mittels chirurgischem Eingriff schnell wieder auf die Beine zu kommen, kategorisch ausgeschlossen, Rollstuhlrisiko an die 90%. Also organisierte der Arzt für mich ein Bett in einer Spezialklinik für Rheumatologie, der Federseeklinik in Bad Buchau (siehe Bild). Am Folgetag wurde ich mittels Krankentransporter vom Roten Kreuz dorthin verfrachtet. Auf Station fanden sich zu meiner großen Freude Gehhilfen, die ich heute als ‚Stehrolli‘ bezeichnen würde, also Wägelchen mit Ellbogenstütze, die auf vier Lenkrollen geschoben werden konnten, mit denen ich also die Bandscheibe entlasten könnte. Das zweistündige Aufnahmegespräch durch die junge Stationsärztin fand also zwar ‚stehend aufgehängt‘, aber schmerzarm statt. Sie verordnete mir meine Therapieformen, den Terminplan für diese Anwendungen würde ich aber erst am Abend kriegen. Sie empfahl mir, mich bis dahin möglichst viel im Thermalwasser aufzuhalten, das sei im Augenblick das Beste für die Verletzung, und zwar im heißesten Becken, das ich gerade noch noch vertrüge. Aber von den Wasserspielen müsse ich mich außer vom Luftsprudler fernhalten, bis man die mitgebrachten CT- und MRT-Bilder genau analysiert habe. Dieses heißeste Becken mit leider nur 37°C befand sich zu meiner freudigen Überraschung im Außenbereich, was das Baden bei der herrschenden Lufttemperatur von knapp minus 10°C zu einer neuen und höchst interessanten Erfahrung machte. Ich fand schnell heraus, daß das mineralreiche Wasser der Adelindisquelle ganz ausgezeichnet trug, und da das Becken randvoll war, konnte ich meine Fersen in den Handlauf an der sehr frischen Luft einklinken und meinen Alabasterbody völlig bewegungslos im Wasser dümpeln lassen. Wenn ich mich ganz entspannte, schaute nur die Nase über die Wasseroberfläche heraus, siehe Allies in Floridas Mangrovensümpfen. Die Hausordnung sah vor, dass Patienten, die sich irgendwie noch selbst bewegen konnten, ihre Verpflegung im Kasino zu sich zu nehmen hatten, und zwar in korrekter Straßenkleidung, oha! Dort traf ich auf den Restaurationsbetrieb eines großen Hotels mit Dispatchment in der Mitte einer riesigen Halle, wo ich laut Anweisung von der Station vorstellig werden sollte. Ich mußte mich anhand meiner inzwischen erhaltenen Kladde ausweisen, dann wurde ich von einer Servicekraft, adrett in Uniform (knöchellanger schwarzer Rock, weinrote Bluse mit Namensschild und weißes Halstuch), zu meinem Platz geführt, einem Stehtisch. Schauschau, die hausinterne Kommunikation funktionierte hier also. An diesem Platz lag eine Serviettentasche mit meinem Namen, also war dies im Kasino mein Zuhause. An das Essen selbst kann ich mich kaum noch erinnern, was aber nicht verwundern muß: Wenn ich Hunger habe, wird alles verdrückt, was nicht schneller rennen kann als ich oder bei 'drei' nicht außerhalb meiner Reichweite in den Ästen hängt. Nachkriegserziehung. Am Abend wurde ich nochmal in pharmakologische Trance versetzt, damit ich schlafen konnte und der nächste Tag brachte die sehr eingehende Eingangsuntersuchung mit sich. Da ich Akutpatient war, hatten die einzelnen Institute die Generalanweisung, meine Untersuchungen in ihre Terminlücken zu quetschen, damit ich möglichst schnell durch war und mit der eigentlichen Schmerzbehandlung begonnen werden konnte. Und ich mußte einen Ort angeben, an dem man mich heute jederzeit finden und abholen könnte. Ich nannte das Außenbecken, was mit hochgezogenen Augenbrauen notiert wurde. Und tatsächlich wurde ich ab und zu von einem Wehrersatzdienstpfleger, angetan mit Pudelmütze und dicker Parka, persönlich dort zu den Untersuchungen abgeholt. Manchmal machte ich mir den Spaß und stieg aus dem Wasser, um ihm barfuß in Badehose über den größtenteils vereisten Plattenweg zur Tür zu folgen. Bis dorthin reichte nämlich die in mir gespeicherte Wärme locker, das bißchen Hautbeißen machte mir nichts aus, aber die Show kam immer gut an, die Reaktion reichte von wissendem Grinsen bis zu lauthalsem Entsetzen. Am dritten Tag begannen die Anwendungen, ziemlich durch die Bank auf der Basis von Wärme, meinem Body beigebracht in Form von Wasser aus der Adelindisquelle, die in der Nähe der Gebäude mit einer natürlichen Temperatur von +80°C in einem Tiefbrunnen gefaßt war und dort abgepumpt wurde. Die medizinischen Verwendung beschränkte sich auf 40°C, die Temperaturdifferenz floß in das Heizungssystem des Gebäudekomplexes. Sehr umweltfreundlich und nachhaltig würde ich meinen. Im Badetrakt gab es Schlamm-, Heublumen- (?) und Reizstrombäder, die mir allesamt schon von Anfang an großes Vergnügen bereiteten. Gleich bei der ersten Anwendung gab es als Vorspiel ein im Nachhinein recht amüsantes Wechselbad der Gefühle: Gebürtig 1948 bin ich sehr konservativ im Geist des 3. Reiches erzogen, Prüderie und 'gelobt sei, was hart macht' waren wesentliche Bestandteile der kindlichen und jugendlichen Indoktrination und es gelang mir auch später nicht, das erstere wirklich blöde und unnütze Kontakthindernis zum anderen Teil dieser Menschheit vollständig abzuwerfen, es saß einfach zu tief drin. Ich stand also im Slip etwas verloren in der Kabine und wartete darauf, dass der Bademeister mich herausließ. – „Herr Mayer?“ – Ein Bariton mit unverkennbar weiblichem Timbre! Eine Bademeisterin!!! – „Ja!“ – „Sehr gut. Ausziehen und rauskommen!“ – Schlagartig überfiel mich die jugendliche Konditionierung: „Alles?“ – „Ja wollen Sie in der Unterhose in die Badewanne? Machen Sie das zuhause so? Also hier jedenfalls nicht!“ – Puterrot und schweren Herzens trennte ich mich von meinem Feigenblatt, schob die Tür auf und trat hinaus in das gnadenlos grelle Licht des Badehauses. Vor mir stand gutmütig grinsend eine gemütliche Bärin, mehr breit als hoch: „Na, tut’s denn weh?“ – Natürlich begegnete die Frau diesen Verklemmungen x-mal täglich, aber ihre Art, damit umzugehen, fegte schlagartig Gefühle dieser Art in den Mülleimer. Und schon ging’s weiter: Ich stieg die Treppe zum Wannenrand hoch und zog spaßeshalber das einschlägige Klischee ab, nämlich großer Zeh ins Wasser und schnatternd die Arme um den Oberkörper. Große Augen. – „Das Wasser hat 35°, ist das zuwenig?“ – „Ich bin doch kein Eisbär!“ – „Ja wieviel darf es denn sein, Herr Tropenfisch?“ – „Gibt’s 40°?“ – „Na Sie haben vielleicht Ansprüche, da muß ich ja das ganze Wasser wechseln. Aber das zieh ich Ihnen von der Badezeit ab, der Terminplan ist eng.“ – Nun kriegte ich mal zu sehen, wie schnell sowas in einem professionellen Badehaus geht: Innerhalb von nichteinmal 1 Minute war der halbe Kubikmeter Tee gurgelnd im Alfluß verschwunden, der Heißwasserzulauf hatte einen Rohrdurchmesser von 1 Zoll und der hauseigene Druck war gewaltig. Nach wiederum nichteinmal einer weiteren Minute Gedonner aus der Chromblechwanne war das Wasser gewechselt und entsprach meinen Wünschen. Die Frau beobachtete mich noch ein wenig besorgt, wohl um zu sehen, ob mein Kreislauf nicht doch zickte, dann aber machte sie einen Vermerk in meiner Kladde und ging in die Nachbarkabine. Nun hatte ich 20 Minuten, um vom Baden im Kratersee eines aktiven Vulkans zu träumen. Selbst der Mief stimmte halbwegs. Danach entließ mich die Frau und bis zur nächsten Anwendung, ‚Unterwasserreizstrom‘ hatte ich noch eine halbe Stunde Zeit. Ich nahm die Gelegenheit wahr und zog mir die eigenwillige futuristische Architektur der Adelindistherme rein, deren Bestandteil das medizinische Badehaus war. Da mir leider kein Foto zur Verfügung steht von dieser gewaltigen drei Stockwerke hohen Halle mit ihren Balustraden, den scheinbar schwerelos über den Innenbecken schwebenden, mit Liegestühlen bestückten Plattformen und den frei durch die Luft führenden elegant geschwungenen Wegen dorthin, muß ich es der Phantasie des Lesers überlassen, sich diese wundervolle Innenarchitektur auszumalen. Mein Sinn für Schönheit der Technik ließ mich jedenfalls zur Reizstromanwendung beinahe zu spät kommen, was ein schwerer Verstoß gegen die Hausordnung gewesen wäre. Dort wiederholte sich die Debatte durch die geschlossene Kabinentür, allerdings war ich über meine unangebrachte Genanz hinweg. Diese Bademeisterin ähnelte der ersten wie eine Schwester. Ich prüfte die Wassertemperatur vorsorglich mit dem spitzen Finger und staunte, sie grinste breit und zeigte mir meine Kladde, wo die Heublumenfrau für ihre Abteilung, das Reizstrom- und das Schlammbad die Wunschtemperatur eingetragen hatte. Super! Ich also rein in die Wanne, die Dame an ihr Cockpit, gib Gummi! – „Sie sagen, wenn es anfängt zu kitzeln!“ – Mir als Physiker ist die Technik dieser Anwendung vertraut, wenn einer meiner Leser neugierig ist, darf er mich gerne fragen, er kriegt dann die Funktionsbeschreibung vom Stromfluß am Körper im elektrischen Feld per e-mail, an dieser Stelle führt das zu weit. – „Und?“ – „Nix!“ – 10 Milliampere, lächerlich, jeder halbegs gesunde Mensch hält 32 mA aus. – „Und jetzt?“ – „Nö!“ – „Ich habe Leute gehabt, die fingen jetzt an zu jammern.“ – 15 mA? Du lieber Himmel! – „Wieviel gibt Ihre Kiste denn her?“ – „Die Skala geht bis 25.“ – „Also Vollgas, ich halte 32.“ – „Sie sind verrückt!“ – „Sie haben ja so recht, aber ich bin hart im Nehmen und will gesund werden.“ – Sie schaltete stufenweise hoch bis Vollausschlag und dann lag ich eine Viertelstunde in der Wanne und ließ mich von 25 Milliampere Hautoberflächenstrom durchkitzeln. Es tat unglaublich gut und gab mir ein Gefühl des Sieges über mich selbst. Danach kam nahtlos eine langweilige Gymnastikstunde und anschließend betrat ich zum ersten Mal im Leben einen Kraftraum. Ich persönlich kann nicht verstehen, was viele meiner Mitbürger an sowas finden, es gibt doch so viele schöne Möglichkeiten, seine Muskulatur in Tateinheit mit Produktivität in Bewegung zu setzen: Holzhacken, Rasenmähen, Garten umgraben etc. Als Diabetiker muß ich meinen aktuellen Energieumsatz immer möglichst genau kennen, dazu brauche ich aber keine Kraftmaschine, die den Umsatz für jede Bewegung zusammenzählt und am Ende ist ‚nix gschafft‘. Hier sprach der Westallgäuer. Also Kraftraum nur wenn ich unbedingt muß, und dafür zahlen schon gar nicht. Nach dem Mittagessen gab es mein zukünftiges Lieblingsbad: schwarzer Schlamm mit Schwefelduft und wieder 40°C. Mmmmm, lecker! Die Wanne war groß genug, daß ich in der zähen Suppe fast schwimmen konnte. Als ich dann leider raus mußte sah ich aus wie Luzifer ohne Geweih, aber nur 2 Minuten lang, dann kam die Badefrau mit ihrer Handbrause, die in ihrer Pranke fast nicht mehr zu sehen war und änderte die Hautfarbe wieder in käsig. Meine Haut schien zu glühen, aber jetzt wurde ich von ihr in mehrere Schichten Decken eingewickelt von denen eine eine luftundurchlässige Plastikfolie war. Also ein Einmann-Dampfbad mit Reflexionsheizung. Das machte mir dann doch ein bißchen Angst, denn plötzlich wurde der Puls in meinen Ohren immer lauter und immer langsamer. Was passierte da mit mir? Ich hab es nie erfahren, sie brummte nach Ablesen der Kreislaufüberwachung immer nur: „Sehr schön, genauso soll es sein, Sie haben ein sehr starkes Herz.“ – Also legte ich die hypochondrische Angst ab und erweiterte mein subjektives Vergnügen auf den gesamten Prozess ‚Schlammpackung‘. Am darauffolgenden Tag war Chefvisite, eigentlich nur deshalb erwähnenswert, weil es erzählt, dass auch hochrangige Ärzte durchaus bereit sind, Patienten zuzuhören. Ich hatte keine Klage zu führen, wirklich nicht, mir ging es gut, eigentlich viel zu gut und ich hatte die Vermutung, dass diese Euphorie eine Nebenwirkung des starken Schmerzmittels war, das außerhalb der Medizin eigentlich unter dem Rauschmittelgesetz stand. Das gefiel mir nicht sonderlich, vor allem weil dadurch ein eventueller Heilerfolg getarnt wurde. Ich bat ihn, mir zu erlauben, im Selbstversuch festzustellen, ob der Ischias sich vielleicht wieder beruhigt hat. Er überlegte ein Weilchen, dann nahm er mir das Versprechen ab, mich bei Wiedereintreten des mir ja nun bekannten Schmerzes umgehend auf der Station zu melden, wo die Spritze mit meinem Namen im Kühlschrank liegt. Ende der Privat-Chefarztbehandlung eines Kassenpatienten ohne Zusatzversicherung und Sieg über ein eingefahrenes Klinikprogramm zugunsten meiner Aversion gegen Rauschmittel jeder Art. In der Adelindisquelle habe ich zum Vorteil meines Kreislaufes Kneippen gelernt: Dort gab es eine komplette Anlage mit 2 Langbecken zum Wassertreten in heiß und kalt im Wechsel und dazwischengelagerten Unterarmbädern der gleichen Art. Ich gewöhnte mich leider sehr schnell an die prickelnden Auswirkungen auf mich und wollte mehr. Gleich daneben war eine irische Dampfgrotte installiert, dessen Bauform und Maße ich nie feststellen konnte, denn dort drin herrschte, wohl aus psychologischen Gründen stockfinstere Nacht. Aus einem Lautsprecher drang gedämpfte Wellnesmusik und alle 10 Minuten ein nicht gedämpfter Gong als akustisches Zeitlimit, denn länger als 2 Gongs durfte man sich in dieser Atmosphäre zum Schutz des körpereigenen Wasserhaushaltes nicht aufhalten. Die Temperatur war mit 55°C verglichen mit finnischer Sauna eher mäßig, die Iren hatten wohl schon damals nicht genug Holz um ordentlich einzuheizen. Aber die Luftfeuchtigkeit war mit 100% bestialisch, der Schweiß floß in Strömen, bei guter Besetzung hörte man ihn im Bodenausguß plätschern. Nach einiger Zeit hatten die eingebauten Augenblenden weit aufgemacht und man konnte durch den Nebel die Türritzen der Schleuse erkennen, sodaß man auch wieder rausfand. Direkt vor der Tür befand sich eine Batterie Duschen, von feinnebelnd über ‚normal‘, Vollstrahl, Breitstrahl und als letztes ein eineinhalbzölliges Kugelventil mit entsprechendem Gummischlauch dran, wie ihn wohl seinerzeit Pfarrer Kneipp in Bad Wörishofen zum Abspritzen seiner ‚Patienten‘ verwendet haben mag. Alle hatten eines gemeinsam, das Wasser daraus war eisig kalt. Ich arbeitete mich von Tag zu Tag weiter vor, bis es mir gelang, ohne Herzinfarkt direkt aus der Dampfgrotte unter den Wasserschlauch zu treten und das Ventil mit einem Ruck zu öffnen. Puuuh, war das ein Fest, und ich war stolz auf mich, wieder mal. Was ich nicht vergessen sollte, war die eigentlich zentrale Heilmaßnahme, eine äußerst oberflächenschmerzhafte Bindegewebsmassage, die von einer recht attraktiven zierlichen Frau mittleren Alters mit zarten Fingern und der Kraft von hydraulischen Greifern vorgenommen wurde. – „Wie hätten Sie’s denn gern?“ – „?“ – „Wie kräftig soll ich zupacken?“ – „Steht das nicht in der Verordnung?“ – „Dort stehen nur die Zonen und die anzuwendende Methode, über die Stärke einige ich mich mit dem Patienten.“ – „Dann gehen Sie doch bitte einfach Ihre Skala versuchsweise durch, mal sehen, wo meine Leidensfähigkeit aufhört.“ – Ein paar Minuten später: „Tut’s weh?“ – „Brumm!“ – „Ja oder nein?“ – „BRUMMMMM!“ – Mehr gaben nämlich die in das Handtuch auf der Liege verbissenen Zähne nicht her. – „Also so geht das nicht. Glauben Sie mir, wenn ich ihnen sage, dass diese Finger bei Ihnen einen Nervenschock auslösen können, der eine Reanimation erforderlich macht, und das bloß, weil Sie so stur sind. Also nochmal von vorne: Bevor Sie wieder mein Handtuch zerkauen, einmal brummen, das ist es dann.“ – War diese Frau nicht super? Irgendwann durfte ich die Klinik verlassen, vor allem da ‚walken‘ ohne Skistöcke zur Therapie gehörte. Dies machte ich generell in Richtung Federsee, ein wunderschönes Naturerlebnis. Der auf der Karte eingezeichnete Weg neben dem Bach ist in Wirklichkeit ein ‚Holzweg‘, ein Steg in Naturbauweise, der den ganzen breiten Schilfgürtel durchquert, ein Stück auf den flachen Moorsee hinausführt und dort in einer parkbankbestückten Plattform auf dem See endet. Sehr romantisch! Bad Buchau hat eine kleine, aber gemütliche Altstadt, hauptsächlich bestehend aus einem quadratischen Marktplatz, um den herum in den alten Häusern kleine Einzelhandelsgeschäfte übrigens ausgesprochen preiswert ihre Waren anbieten. Dieser Marktplatz ist vom Hauptportal des Klinikkomplexes in weniger als 5 Gehminuten auf schnurgeradem Weg erreichbar. Abschließend möchte ich noch einmal wiederholen, was ich eingangs schon angedeutet habe: Ein Bandscheibenschaden trifft genaugenommen den Lebensnerv, das Beseitigen der Verletzung sollte nicht chirurgisch hingehudelt werden, nur um schnell wieder an den Schreibtisch zurückkehren zu dürfen, sondern man sollte der Natur Gelegenheit geben, dies selbst zu tun und dabei ein wenig schieben helfen. Genau dies tut die Federseeklinik und das in hohem Maß kompetent. Ich hatte Gelegenheit, dies mit dem Oberarzt der Reha-Klinik, dem ich als Reha-Patient zugewiesen wurde, wöchentlich beim ‚Rapport‘ zu diskutieren. Er erzählte mir, dass das Hauptkontingent der Patienten aus ehemals Operierten besteht, bei denen das stetig wachsende Narbengewebe in der Regel nach 5 Jahren wieder aufs Rückenmark drückt und das ganze Leid von vorne beginnt. Obwohl meine mittlerweile 2 kaputten Bandscheiben aus arbeitsmedizinischer Sicht 'unbehandelt‘ geblieben sind, lebe ich seit 14 Jahren damit ohne deshalb auch nur ein einziges Mal wieder beim Arzt gewesen zu sein. Das ist doch auch was, oder?

Details zu Federseeklinik Bad Buchau Rehabilitationsklinik

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